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NEU IN ISTRIEN DIE OLIVENLSTRASSE
Livio Missio

Entdecken Sie die ca. dreiig Kleinerzeuger, die dieses antike Erzeugnis neu lanciert haben

Auf der Hauptinsel des Archipels Brioni steht zwischen Steineichen und Ginsterbschen ein in sich verwundener Baum. Schon seit 1600 Jahren sprieen kleine silbergrne Bltter aus seinen Zweigen, die im Sptsommer von kleinen schwarzen Frchten bedeckt sind. Die Oliven kamen schon um das VI Jhdt. v. Chr. aus Syrien nach Istrien und schon die alten Rmer kannten das istrianische Olivenl.

Von den antiken rmischen Olivenhainen zeugen auch das mosaikbedeckte Sammelbecken fr Oliven in Fazana, direkt gegenber des Archipels Brioni und die vielen Steinmhlen, die man noch besichtigen kann. Von den antiken Cultivars (Orcola, Rosignolo, Buga, Carbogno, Morsolo, Matta, Panetti, Crognolero, Susino, Carbonera, um nur einige unter der venezianischen Republik bliche Sorten zu nennen, damals wurden die Steuereintreiber Venedigs noch in l bezahlt und in Istrien und Dalmatien standen ber 4 Mio. Bume), ist heute kaum noch etwas zu sehen. Durch den eisigen Frost von 1985 sind viele uralte Bume abgestorben, die auch mit Hilfe der FAO durch neue, produktivere und resistentere Sorten, wie die Bianchera mit ihren groen nicht ganz so dunklen Oliven, aus denen ein delikates l gewonnen wird, ersetzt worden sind. Doch die Anbaugebiete sind noch dieselben, in denen sich die lmhlen der alten Rmer befanden in deren Nhe sich regelrechte Industriegebiete, in denen die Amphoren fr den Transport des ls hergestellt wurden, entstanden (Brioni, Barbariga, Porec, Cervera, Tar Vabriga). In diesem Gebiet kombinieren sich fruchtbare Bden (mit der typischen roten, an Mineralstoffen reichhaltigen, Erde Istriens) mit einem besonderen Mikroklima, das die Pflanzen vor den eisigen Ben der Bora schtzt. Hier wird ein wohlriechendes und besonders wrziges und aromatisches l mit herbem Nachgeschmack und ziemlich hohem Suregehalt, der heutzutage durch neue Produktionstechniken in optimale Grenzen gehalten wird, erzeugt. Heute gibt es in Istrien, zwischen Salvare und Pula, insgesamt dreizehn groe Erzeugerbetriebe, wie Agrolaguna in Porec oder Olea doro in Pula, die ein ausgezeichnetes und konstant hochwertiges Produkt anbieten. Doch dies sind nicht die interessantesten lfabriken. Das Fremdenverkehrsamt von Porec hat eine Karte (Olivenlstraen in Istrien) herausgegeben, auf der ca. dreiig Kleinerzeuger angegeben werden. Man hat also die Qual der Wahl. Ein Rat, wenn sie ein Wochenende auf der Suche nach dem neuen l planen (ab Mitte Oktober), dann nehmen Sie eine Menge Bauernbrot und frisches Gemse (Selleriestauden, Fenchel und Karotten) mit und kosten Sie mit Hilfe dieser Karte die ersten Moste (so heit das frisch gepresste Erzeugnis, erst nach ein paar Monaten wird es l genannt). Am Stadtrand von Novigrad (Ulica Torci 18 - Tel. +385 (0)52 758093) pflegt Tranquillino Beletic seine Olivenhaine (Cultivar Buza, Bijelica, Leccino und Pendolino) und die moderne lmhle zur Kaltpressung (nie ber 24 Grad) selbst. Er ist zu Recht stolz auf seine Anlage und sehnt sich nicht nach dem l von frher Das war echter Mist! wettert er Damals wurden auch verwurmte und ranzige Oliven gesammelt und warm gepresst, man verwendete sogar den Olivensatz. Das l war sauer und stank. Sein l stellt er nach den vier Geboten her: die Pflanzen mssen gegen Parasiten behandelt werden, auf den Boden gefallene Oliven werden nicht verwendet (sie sind verwurmt), die Oliven werden am selben Tag gepresst (sonst werden sie schimmelig), es wird nur kalt gepresst. Wir raten Ihnen nicht mit einem Plastikkanister anzukommen, er wrde Ihnen seinen Most niemals anvertrauen, den fllt er nur in dunkle Glasbehlter, um ihn so vor dem Licht zu schtzen. Aber was fr ein Most! Grn und naturtrb (dadurch bleibt das Aroma erhalten), dickflssig, fast schon cremig, mit einem Duft nach frisch gemhtem Gras und herbem Nachgeschmack (je reifer die Oliven, desto lieblicher das l, doch der Suregehalt wird immer hher und es ist eine wahre Kunst, den richtigen Zeitpunkt fr die Ernte zu bestimmen). Der Duft ist berauschend, fast wie die Frhlingsluft, wenn der Mistral den Pollen der istrianischen Wiesen mit sich fhrt.


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