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„Sandweine“ und Seefische
Renato Malaman

Entdeckungsfahrt zur Insel Susek mit ihren einzigartigen Lokalerzeugnissen

Von Lussinpiccolo kommend erscheint die Insel Sansego als weiß eingefasster dünner Landstrich. Es ist die tausendjährige Sandschicht auf der sich die Insel über einem in den Meerestiefen gründenden Kalksockel erhebt. Die Geschichte der von den Kroaten Susak genannten Insel unterscheidet sich von der der anderen Inseln des Golfs von Quarnaro. Auf diesem aus der kobaltblauen See aufsteigendem Sandsporn, der ca. 1 1/2 Stunden Bootsfahrt von Lussino entfernt ist, wird seit Jahrhunderten Wein angebaut. Dies weist auf einen fruchtbaren Boden hin, weshalb der Tradition gemäß auch die Frauen auf der Insel fruchtbar sind. Leider emigrierten kurz nach Kriegsende 90% der Inselbewohner in die Vereinigten Staaten und überließ es den verbleibenden Einwohnern, ca. 100, dieses an Traditionen reiche und eigentümliche Stück Adria lebendig zu halten.

Auch der Weinanbau hat nach jahrzehntelangem Brachliegen wieder eine wichtige Rolle in der Wirtschaft der Insel eingenommen und integriert ein zunächst auf Privatzimmer und auf wunderschöne, wenn auch noch ausstattungsbedürftigen Sandstränden, basierendes Fremdenverkehrsangebot.

Dies flößt den Inselbewohnern Hoffnung für die Zukunft Sansegos ein. Eine der Hauptpersonen bei der Wiedergeburt des Weinanbaus ist Francesco Cosulich ein ehemaliger Rugbyspieler der in der Jugendmannschaft des Vereins Benetton spielte und einer bekannten Reederfamilie aus Lussino angehört. Seine Familie wohnt schon seit langem in Conegliano, wo sie das Weingut Collalbrigo führt. „Die kroatische Regierung hat mir diese Gelegenheit gewährt,“ erzählt Cosulich „und ich habe die Herausforderung angenommen. 1988 war das Leben auf Sansego hart, nur das Haus des Bürgermeisters verfügte über einen Telefonanschluss und die Steinhäuser der zwei Inselortschaften verfielen. Zunächst haben wir eine Zählung der lokalen Weinstöcke vorgenommen. Diese haben dank der besonderen, sand- und quarzhaltigen, Bodenbeschaffenheit der Reblaus widerstanden. Anschließend habe ich mit Hilfe von Beratern aus Rauschedo mit dem Neupflanzen begonnen.“ Heute ist die eigentümliche Geschichte der Inseln aus seinen 300 ha Weinberg und vor allem aus seinem Weinkeller (Te. +385 (0)51 211859) ersichtlich. Seine auf Sand gereiften Weine sind um die ganze Welt gekommen. Der originellste ist der anscheinend aus Troia in Kleinasien stammende „Trojscina“. Es handelt sich um eine rotbeerige Traube mit lachsfarbenen Schattierungen und starkem Aroma. Cosulich erzeugt davon ca. 5000 Flaschen, die im Weinkeller 6,00 Euro kosten). Wegen seiner Säure und Würze begleitet er in ausgezeichneter Weise die in den verschiedenen „Konobe“ Sansegos gegrillten Tintenfische der Insel. Ihren besonderen Geschmack verdanken sie den Algen im umliegenden Meer, von denen sie sich ernähren.

Auch die „Scampi“ des Golfs von Quarnaro, gekocht, gegrillt oder in Tomatensauce sind einfach unwiderstehlich.

Auch Meeresfrüchte, wie die istrischen „Mussoli“ sind erwähnenswert. Ein weiterer Wein, der Poseidon, passt gut zu einer anderen Spezialität: dem unter der Asche gekochten mit wildem Fenchel gewürzten und mit einer Glocke bedeckten Zicklein. Auf Sansego wachsen viele, wegen des windigen Inselklimas besonders aromatische Würzkräuter: Oregano, Basilikum, Salbei, Thymian und Myrte. Gut schmecken auch der Iliria (zu im Ofen gebackenen „Scarpena“) und der Liburnia (zu Zahnbrassen). Die Insel ist so klein (der Umfang beträgt nur 11 km, die man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen kann), dass ein Spaziergang von einer „Konoba“ zur anderen, mit einem Abstecher zum Leuchtturm oder der einen oder anderen Einbuchtung zu einem angenehmen Tagesausflug wird. Besonders empfehlenswert ist die nicht weit vom Weinkeller liegende „Konoba“ Barbara (+385 (0)51 239128) mit ihrer schönen Terrasse, wo man im Freien essen und dem Meeresrauschen zuhören kann. Auch die „Konoba“ Vera (+385 (0)51 239012) und die „Konoba“ Megi (+385 (0)51 239140) oder das Restauran 13 (+385 (0)51 239011) sind einen Besuch wert.

Der Durchschnittspreis liegt zwischen 20 und 30 Euro.

„Die Küche Sansegos ist einfach doch sie unterstreicht den Geschmack der außergewöhnlichen Zutaten“ bestätigt Cosulich. Informationen über Sansego erhält man im kroatischen Fremdenverkehrsamt in Mailand, Piazzetta Pattari 1, Tel. +39 (0)2 86918749 oder bei Francesco Cosulich in Italien, Tel. +39 (0)438 455229. Auf der Insel gibt es keine Hotels, doch man findet günstige Unterkunft in Privatzimmern und Ferienwohnungen. Wir geben ihnen zwei Adressen: Gaudenzia Tarabokija, +385 (0)51 239045, und Casa Stephnia, +39 (0)51 239060. Vom Hafen in Lussimpiccolo, wo man das Auto abstellen kann, fahren täglich zwei Fähren und ein Ausflugsboot ab. Die Gesellschaft Jadro Linija hat zudem eine Verbindung mit dem Tragflächenboot von Rijeka eingerichtet.


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