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Paolo Vergerio ist um 1498 als Sohn eines angesehenen Patriziers in Capodistria
auf venezianischem Gebiet geboren und hat in Padua juristische Studien
betrieben.
Seine ersten Schriften galten juristischen, besonders staatsrechtlichen
Fragen. Als praktischer Jurist in Venedig heiratete er 1526 Diana Contarini,
die nach kurzer Ehe starb. |
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Theologe und
Reformator
geboren
in Capodistria,
1498
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| 1529 trat Vergerio in kirchliche
Dienste, wurde 1533 als päpstlicher Nuntius nach Wien berufen und
wirkte 1535 für die Vorbereitung des Konzils.
In dieser Eigenschaft
besuchte er Wittenberg und hatte eine persönliche Begegnung mit Martin
Luther.
Seine Bemühungen
um das Konzil anerkannte Paul III., indem er ihn zum Bischof von Modrussa,
später von Capodistria erhob. 1540 tritt er in Worms auf, um für
den Konzilsgedanken zu wirken. Vergerio meinte im Interesse der Kirche
zu handeln, wie Contarini und seine Freunde, und den „deutschen Ketzern“
fernzustehen. In der Heimat war er indessen verdächtig geworden, mußte
sich vor dem Inquisitionsgericht verteidigen. Obwohl er freigesprochen
wurde, war seine Teilnahme am Trienter Konzil abgelehnt worden. In der
Folge wendet sich Vergerio gegen die Kurie und vollzieht den Bruch mit
der römischen Kirche. In einem wieder aufgenommenen Prozeß wurde
er des Amtes entsetzt und festgenommen. Am 1. Mai 1549 flüchtet Vergerio
aus Italien. Vom da an ist er evangelischer Prediger in der italienischen
Schweiz und entfaltet eine ruhige Tätigkeit. Daneben führt er
seine schriftstellerische Arbeit weiter und führt einen ausgedehnten
Briefwechsel. Vergerio errichtete eine Druckerei. Als aber 1553 Herzog
Christoph von Württemberg ihn in seine Dienste rief, folgte Vergerio
dem Ruf, um reisend und schreibend für die evangelische Sache zu wirken.
Seit 1556 richtete er seinen Blick auf Polen, knüpfte Beziehungen
zu Herzog Albrecht von Preußen, zum Fürsten Radziwill und gewann
Einfluß am Königshof. Köng Sigismund warnte er vor dem
päpstlichen Konzil. Er Hatte Beziehungen zum französischen Hof,
wirkte auf Maximilian II. in Wien ein und wandte sich an Königin Elizabeth
von England um ein protestantisches Bündnis zustande zu bringen.
Wenn Vergerio während
seiner Wirksamkeit im evangelischen Lager auch in der Hauptsache als Polemiker
und Kirchenpolitiker tätig war, so hat er doch im schweizerischen
Graubünden für die Reformation unter seinen Landsleuten tatkräftig
gewirkt, für größere Unternehmungen wie die Herausgabe
der slowenischen Bibelübersetzung durch Primus Trubar sich eingesetzt
und bei all seiner Vielgeschäftigkeit doch eine klare Linie gezeigt.
Das ihm vorschwebende Ziel seine italienische Heimat für die reformation
zu gewinnen, war zu seiner zeit nicht erreichbar. Am 4. Oktober 1565 ist
er in Tübingen gestorben.
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